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Jens Trimpin. Skulpturen

Jens Trimpin, "Skulptur", Marmor, ca. 50 x 42 x 48 cm. Foto: Archiv Jens Trimpin
Jens Trimpin, "Skulptur", Marmor, ca. 50 x 42 x 48 cm

Ausstellung #279

17. April bis 12. Juni 2010

 

Zur Eröffnung der Ausstellung am Freitag, den 16. April 2010 um 19.00 Uhr laden wir Sie und Ihre Freunde herzlich ein. Jens Trimpin wird bei der Vernissage anwesend sein.

 

Bei Trimpin entsteht erst im Arbeitsprozess die präzise Formidee. Diese Art der Formfindung ist beim Steinhauen immer riskant. Der Künstler kann nie gleichzeitig alle Ansichten im Blick haben, schnell entsteht die Gefahr, dass das, was in der einen Ansicht seine Logik besitzt, aus einer anderen Perspektive dieser Logik widerspricht. Insofern ist das scheinbar mechanische Abtragen nicht ohne konzentriertes Beobachten und Abwägen möglich. Fehlentscheidungen fordern arbeitsintensive "Korrekturen", die mitunter zur Folge haben, dass das Gesamtgebilde eine neue Gestalt annimmt oder gar zerstört wird. Auch ein unachtsam geführter Schlag in den fragilen Zonen (Ecken, Kanten) kann zu Materialausbruch führen, der ebenfalls nicht folgenlos bleibt. In der Stein(bild)hauerei wird dem durch den Trick vorgebeugt, die Kanten leicht zu brechen, sie abzufasern. Allein dies entspräche nicht der Genauigkeit der klassisch-traditionellen Maßästhetik, die auch für Trimpins künstlerische Konzeption Gültigkeit besitzt: die Kantenbrechung würde eine Flächenvermehrung zur Folge haben, die beim ersten Blick kaum auffiele, beim zweiten aber sich als billige Konzession verriete. Nach vielen tausenden, zum Ende hin nur noch glättenden Meißelschlägen, die die Bearbeitungsspuren nicht vollständig tilgen, hat die Skulptur innerhalb mehrerer Monate eine Form angenommen, die Jens Trimpin für gültig hält. Er vermeidet es von einem "fertigen" Werk zu sprechen, diese ist ihm nach El Lissitzky "erstarrtes Momentbild eines Prozesses (...) Haltestelle des Werdens."
Seit Anfang der 80er Jahre sind nicht mehr als drei Dutzend Steine entstanden. Das ist nicht viel, wenn man die Werkproduktion anderer Künstler betrachtet, die im Bereich der Steinbearbeitung moderne Technologie nutzen oder ihre Modelle bzw. Ideen von Handwerkern umsetzen lassen. Die geringe Menge erklärt sich einmal aus dem langwierigen Arbeits- und Formfindungsprozess und ist zum anderen darin begründet, dass sich Trimpins künstlerische Tätigkeit nicht auf die Stein(bild)hauerei beschränkt.

Birk Ohnesorge
aus: Jens Trimpin - Skulpturen/Plastiken 1994-2006. Hg. von Galerie Nicole Schlégl. Zürich 2007

 

geänderte Öffnungszeiten

Mittwoch bis Freitag 16 bis 19 Uhr

Samstag 11 bis 13 Uhr